IKDM Kunstgeschichte / BA, MA

Seminar: Künstliche Intelligenz

Prof. Dr. Annika Frye
Prof.in Dr. Christiane Kruse
Prof.in Dr. Sandra Schramke

Mittwoch 09:15-10:45 Uhr
Start: 23.10.2019

Seminarraum Zentrum für Medien / L.00.09   Raumfinder


Beschreibung:

Die neuere KI bedient sich eines Mensch-Maschine-Modells, das in Abgrenzung zu ihren Anfängen von einem dynamischen Netzwerk-Körper spricht, der sich in ständigem Austausch mit der Umwelt selbst reguliert. Um diese neueren Ansätze der KI-Forschung kritisch beurteilen zu können, wollen wir die Anfänge der Mensch-Maschine-Modelle anhand von Texten ihrer Protagonisten mit Fokus auf einen Subjekt-Objekt-Dualismus, Kognition als algorithmische Operation, Symbolisierung und Musterbildung beleuchten. Aktuelle Entwicklungen im E-Commerce legen die Vermutung nahe, dass Technologien, die wir gemeinhin als ‚Künstliche Intelligenz' bezeichnen, unter der Hand schon längst die Gestaltung von Dingen des täglichen Gebrauchs beeinflussen. Das Primat der Gestaltung, so kann man vermuten, liegt hier nicht beim eigentlichen Produkt, sondern bei der Struktur der Plattformen selbst. Damit verschiebt sich auch die Bedeutung des Designbegriffes, Industriedesign wird zu Plattformdesign. An dieser Stelle gilt es zu überprüfen, an welchen Stellen KI in der Tat Design produziert, wo die ‚Grenzen' der Gestaltbarkeit durch KI liegen und welche Hoffnungen historisch und gegenwärtig mit KI im Design verknüpft werden. Kunst hat ihren eigenen, oft auch kritischen Zugang zur KI. Was in den Anfängen der Computergraphik der 1960er-Jahre als Experiment von Mathematikern und Ingenieuren begann, die mal "nichts Technisches darstellen wollen mit dieser Maschine - sondern 'Nutzloses' - geometrische Muster" (Georg Nees), wurde bald darauf als Computer Art in Galerien ausgestellt. Künstler*innen beteiligten sich am Fortschritt der Computertechnik, programmieren, reflektieren, kritisieren und durchkreuzen die hochgestimmten Zukunftsvisionen von KI-Politik und -Wirtschaft. Positionen von den 1960ern bis in die Gegenwart werden im Seminar behandelt. 


Bemerkungen:

Teilnahmebedingungen: Lektüre der kurzen Texte, die in einem Reader zur Verfügung gestellt wird, Übernahme eines Referats.

 

Eine Exkursion nach Shenzhen ins Zentrum der KI-Industrie Chinas ist für den 1.-8.März 2020 geplant. Voranmeldung mit Motivationschreiben am Anfang des Semesters.

 

Kunstlehramt: 20. Jh., Gegenwart

 

Das Seminar ist für Bachelor- und Masterstudierende aus allen Fachbereichen offen.


Credits: 2


Mögliche Module


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